Mega ist nicht genug

admin am 1. März 2011

Anlässlich der Cebit ziehen deutsche Internetexperten Bilanz. Und stellen Deutschland das Zeugnis eines “Entwicklungslandes in Sachen Internet” aus. Und das,wo Deutschlands größter Telekommunikationsanbieter doch stolz auf bis zu 90 Prozent anschließbare Haushalte und nur noch wenige “weiße Flecken” ist.

Nachholbedarf im internationalen Vergleich

Doch bei diesen Zahlen ist die Rede von Megabit. Bis zu fünfzig Megabit pro Sekunde sind möglich, aber das längst nicht überall. Und diese Geschwindigkeit erscheint im internationalen Vergleich völlig inakzeptabel. Insbesondere der ferne Osten ist Deutschland da im wahrsten Sinne des Wortes Lichtjahre voraus. Denn dort gilt diese Geschwindigkeit als fast langsamster Standard für die weit verbreiteten Glasfaserverbindungen, die es ermöglichen mit Lichtgeschwindigkeit die Verbindung zum Internet herzustellen. Allein in Südkorea hat sich die Regierung zum Ziel gesetzt bis Ende des nächsten Jahres jeden Haushalt mit mindestens einem Gigabit pro Sekunde zu versorgen. Deutsche Internetuser bewegen sich dann immer noch mit vergleichsweise lahmem Tempo durch den Cyberspace.

Noch nicht bereit für die Zukunft

Die Arbeit hinter einem solchen Projekt ist nicht zu unterschätzen. In Deutschland ist der Ausbau von DSL und Glasfaserkabel zwar staatlich subventioniert, die Hauptkosten dafür tragen aber die Telekommunikationsunternehmen. Die Investitionen sollen durch den Abschluss von Verträgen mit den Kunden rentabel werden. Doch genau hier liegt der Knackpunkt. In großen Städten und Ballungsräumen mag sich das lohnen, nicht aber für das 200-Seelen Dorf weit ab von jeder Metropole. Für die durchschnittliche Nutzung der deutschen Internetuser reichen langsame bis mittelschnelle DSL Verbindungen bislang völlig aus. Auch ist nicht jeder PC in Deutschland so leistungsfähig, dass er mit den riesigen Datenmengen etwas anfangen könnte, die er potentiell zur Verarbeitung per Glasfaserkabel geliefert bekäme. Dennoch warnen Experten davor, dass Deutschland im “Steinzeitalter des Internet” verbleibt und sich damit einen erheblichen Nachteil als Wirtschaftsstandort anlastet. Um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können, solle der Ausbau weiter vorangetrieben werden, koste es was es wolle.

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